Niedersächsischer Integrationspreis 2020:
Integration durch Musik, Kunst und Kultur

Der Integrationspreis wurde im Jahr 2020 bereits zum elften Mal vergeben. Das Motto lautete „Integration durch Musik, Kunst und Kultur“. Der Preis war mit insgesamt 24.000 Euro (vier Mal je 6.000 Euro) dotiert. Das Bündnis „Niedersachsen packt an“ zeichnete einen Bewerber bereits zum fünften Mal mit einem Sonderpreis aus und unterstützte dessen Engagement ebenfalls mit einem Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro.

Neben dem Spracherwerb sind es gerade Musik, Kunst und Kultur, die Menschen zusammenbringen und verbinden. Gerade für Zugewanderte ist es wichtig, sich in kulturelle Projekte und Initiativen mit eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten einbringen zu können. Gemeinsames Musizieren oder Theaterspielen fördert das Verständnis zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen.

Die Staatskanzlei bat alle Preisträgerinnen und Preisträger um Verständnis dafür, dass in dem Jahr aufgrund der Gefahr von Corona-Infektionen auf eine Übergabeveranstaltung verzichtet wurde.

Die Jury

Aus knapp 170 Bewerbungen und Vorschlägen hatte die Jury unter dem Vorsitz von Doris Schröder-Köpf die Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt. Neben Doris Schröder-Köpf gehörten der Jury im Jahr 2020 an:

Preisträgerinnen und Preisträger 2020

Bildungswerk der Nds. Wirtschaft gGmbH, Osnabrück

Das Projekt „Sprache und Kunst – Handlungsorientierter Spracherwerb in Verbindung mit theaterpädagogischen Elementen“ unterstützt geflüchtete Frauen, die bereits einen Sprachkurs absolviert oder aufgrund von persönlichen Krisen abgebrochen haben, bei der gesellschaftlichen und beruflichen Integration. Innerhalb eines halben Jahres lernen die Frauen Deutsch und proben im Rollenspiel sowohl Erlerntes als auch Begebenheiten aus ihrem Alltag in der Heimat oder in Deutschland. Das Projekt wurde in Koperation mit der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB) an den Standorten Barsinghausen, Osnabrück und Georgsmarienhütte durchgeführt.

 

 

boat people projekt e.V., Göttingen

Seit 2009 arbeitet der boat people projekt e.V. als freies Theater in verschiedenen Konstellationen schwerpunktmäßig zum Thema Flucht und Migration. Bei den professionellen Schauspiel- und Musikproduktionen wird mit professionellen Künstler*innen zusammengearbeitet, die oftmals in ihrem Herkunftsland ihrer Arbeit aus zumeist politischen Gründen nicht mehr nachgehen können. Die soziokulturellen Theater-Projekte richten sich an geflüchtete und "einheimische" Menschen. Interessierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden eingeladen, sich zu beteiligen. Begegnung jenseits von Sprachbarrieren, Herkunft, Milieu und Gender sind durch ein gemeinsames aktives Kunsterlebnis leichter möglich und können nachhaltiger wirken. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Internationaler Kultureller Jugend-Austausch e.V., Hannover

Der Verein IKJA e.V. wurde 2009 von Studierenden in Hannover gegründet. Der Verein will den transkulturellen Dialog zwischen den Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und Zuschreibungen fördern und eine Kultur des Miteinanders etablieren.
Bei dem Projekt wurde eine App mit dem Namen "Out of Your Bubble - into VR" entwickelt. Die interkulturelle Begegnung soll in einer Virtual RealityWelt mithilfe von Musik, Tanzelementen und spielerischen Aspekte gefördert werden. Das begeistert besonders junge Zielgruppen. Ziel ist es, durch Begegnungen in der virtuellen Realität und den anschließenden Austausch zwischen den Trainingsteilnehmenden die Perspektivenreflexivität zu fördern. So kann Diskriminierung und Stereotypen entgegengewirkt werden. 

Kirchenkreis Harzer Land, Osterode

Die evangelische Jugend des Kirchenkreises Harzer Land hat gemeinsam mit der Flüchtlingssozialarbeiterin des Diakonischen Werkes Harzer Land sowie des Jugendzentrums Bad Sachsa im Februar 2018 einen internationalen Chor initiiert, den iChor. Die jugendlichen Geflüchteten sowie die einheimischen Jugendlichen sollen durch den Zugang Singen und Musik Gemeinsamkeiten entdecken und ihre Lebenswelten miteinander verknüpfen.
Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund stammen aus Ländern wie Syrien, Afghanistan, Irak, Iran oder Griechenland. Ein Schwerpunkt des Konzeptes ist es, dass die Jugendlichen sich mit deutschen Texten des aktuellen Rock/PopGenres auseinandersetzen.

teatro regio e.V., Northeim

Sonderpreis des Bündnisses „Niedersachsen packt an“

Seit 2016 inszenieren ca. 30 Moringer Bürgerinnen und Bürger, davon etwa 1/3 Geflüchtete, jährlich eine Theaterproduktion und stellen sie der Öffentlichkeit vor. Ziel dieses Projektes war und ist es, geflüchtete Menschen (Neubürger der Stadt Moringen und des Landkreises Northeim) und Moringer Bürger mit und ohne Migrationshintergrund zusammenzubringen.
 


Bild der Preisträgerinnen und Preisträger

Das Bild zeigt die Preisträgerinnen und Preisträger von 2020. Das Foto entstand bei der Preisverleihung im Jahr 2021, zu der alle Gewinner des Vorjahres eingeladen waren.